MPK-Beschlüsse sehen Kinoöffnungen in der 4. Stufe vor

Berlin, 4. März 2021. In Anbetracht der gestrigen Beschlüsse der Bund-Länder-Konferenz sieht der HDF KINO sich in seiner Position grundsätzlich gestärkt: „Es freut uns, dass die Kinos in der aktuellen Öffnungsplanung konkret genannt und zusammen mit Außengastronomien, Museen und Galerien als vergleichsweise sichere Orte eingestuft werden. Dies zeigt, dass unsere sehr guten Hygienekonzepte und unsere Forderungen seitens der Politik wahrgenommen werden“,  sagt Christine Berg, Vorstand HDF KINO.

„Gleichwohl führen die Inzidenz-basierten Vorbedingungen für die verschiedenen Öffnungsstufen dazu, dass eine Wiederöffnung aller Einrichtungen ab der dritten Öffnungsstufe – darunter auch die Kinos – zeitlich unklar bleibt und wohlmöglich auch nicht bundesweit einheitlich erfolgt. Dies ist in Anbetracht der wirtschaftlichen Lage der Filmtheater ein schwerer Schlag und eine große Hürde für den Start neuer Filme“, so Berg weiter. „Wir fordern daher eine Beschleunigung aller Maßnahmen, die eine einheitliche Öffnungsperspektive erhöhen. Außerdem benötigen wir schnellstmöglich ein bundesweit einheitliches Dokumentationssystem für Geimpfte, Genesene oder Getestete, das ggf. auch von Inzidenzwerten abweichende Öffnungsregelungen zulässt.“

Ein neues Eckpunkte-Papier*, das die Voraussetzungen für die Wiedereröffnung von Kulturbetrieben mit sitzendem Publikum unter bestimmten Voraussetzungen in Aussicht stellt, kommentiert Berg wie folgt: „Wir danken Staatsministerin Grütters für ihren unermüdlichen Einsatz und ihren Vorstoß, die Kinos jenseits einer ausschließlich Inzidenz-basierten Regelung früher zu öffnen. Allerdings ist eine Maskenpflicht am Platz für uns nicht akzeptabel. Der Verzehr von Speisen und Getränken während des Kinobesuchs ist für die Filmtheater im nicht staatlich subventionierten Kinobetrieb eine zwingende Voraussetzung, um wirtschaftlich arbeiten zu können. Die Maskenpflicht am Platz ist damit nicht vereinbar.“

Die in dem Eckpunkte-Papier zusätzlich geforderten, leistungsfähigen Lüftungsanlagen sowie Abstand gewährleistenden Sitzplatzkonzepte sind für die Kinos bereits seit der Wiederöffnung nach dem ersten Lockdown elementarer Bestandteil ihrer Hygiene- und Sicherheitsstandards. In dem Zusammenhang sei erneut auf die bereits im Juli letzten Jahres von der TU Berlin durchgeführte Atemluftstudie** verwiesen, in der nachgewiesen wurde, dass die im Versuchskino gemessenen Aerosolwerte selbst ohne Maskenpflicht äußerst gering waren – neben den Lüftungsanlagen auch dadurch bedingt, dass im Kino kaum gesprochen wird.

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* Eckpunkte-Papier zur Wiedereröffnung des Kulturbetriebs unter Pandemiebedingungen – unter Federführung von Heinz-Jörn Moriske aus dem Umweltbundesamt mit Forschern der Gebäude-, Lüftungs- und Strömungstechnik sowie der Epidemiologie, Infektiologie und des Infektionsschutzes, Pressemitteilung der BKM, 3. März 2021

** Atemluftstudie, durchgeführt vom Hermann- Rietschel-Institut (HRI) an der TU Berlin, Juli 2020, Pressemitteilung des HDF KINO, Juli 2020

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