Exit-Strategie darf nicht zum Exitus der Kinos in Deutschland führen

HDF KINO appelliert an die Politik: Kino- und Kulturlandschaft darf beim Ausstieg aus dem Lockdown auf keinen Fall benachteiligt werden

 

Berlin, 28. Januar 2021. Angesichts des vorgestern bekannt gewordenen vier-stufigen Perspektivplans, den Schleswig-Holstein als mögliches Modell für einen graduellen Ausstieg aus dem Lockdown vorgelegt hat, zeigt sich die Kinobranche entsetzt. Sehr deutlich geht daraus hervor, dass Theater, Kinos und Konzert-häuser sich am alleruntersten Ende des Eröffnungszeitplans befinden sollen. Der HDF KINO fordert angesichts dieses Szenarios eine Gleichbehandlung mit vergleichbaren Branchen und Einrichtungen sowie ein bundesweit einheitliches Wiedereröffnungsverfahren.

Christine Berg, Vorstand HDF KINO, zur Eingruppierung der Kinos in die letzte Stufe des vierstufigen schleswig-holsteinischen Eröffnungsszenarios:

„Der seit vorgestern diskutierte Vierstufenplan ist ein Schlag ins Gesicht der Kultur- und Kinobetriebe. Diese haben in der Wiedereröffnungshase nach dem ersten Lockdown eindrücklich bewiesen, was sie alles für die Sicherheit des Publikums und der Mitarbeiter tun.

Die Kinos verfügen anerkanntermaßen über hervorragende Lüftungssysteme, umfassende Hygienekonzepte und die Möglichkeit zur Kontaktnachverfolgung. Während der gesamten Pandemie wurde weltweit nicht ein einziger Covid-19-Fall im Zusammenhang mit einem Kinobesuch bekannt.

Angesichts dieser Tatsachen erschließt es sich uns nicht, dass die Filmtheater gegenüber anderen Branchen und Einrichtungen mit ähnlichen Voraussetzungen massiv benachteiligt werden. Im Sinne einer Gleichbehandlung appellieren wir an Bund und Länder, diesen ersten öffentlich bekannt gewordenen Vorschlag zum Lockdown-Exit für die Kino- und Kulturbetriebe zu überprüfen und zu modifizieren. Wir weisen außerdem darauf hin, dass es gerade für die Kinos überlebenswichtig ist, einen bundesweit einheitlichen Eröffnungstermin umzusetzen.

Sonst wird sich der Titel des kommenden James Bond-Films „No time to die“ leider für viele Kinos nicht mehr bewahrheiten.“

Pressemitteilung