Kinos unterstützen Petition von FSK, Jugendschutzverbänden und Filmwirtschaft gegen geplante Änderungen beim Jugendmedienschutz

Berlin, 18. August 2022. Im April hat die Rundfunkkomission der Länder den Diskussionsentwurf zur geplanten Novellierung des Jugendmedienschutz-Vertrages (JMStV) veröffentlicht, der nun nach der politischen Sommerpause in den weiteren Abstimmungsprozess gehen soll.

Vorgesehen ist in dem Entwurf eine empfindliche Aufweichung des Jugendmedienschutzes. Der HDF KINO e.V. und seine Mitglieder sehen dies kritisch und unterstützen deshalb die Petition „Ein Film, eine Altersfreigabe – damit Jugendschutz verlässlich bleibt!“, initiiert von der FSK, mehreren Jugendschutzverbänden und der Filmwirtschaft, die sich für einen einheitlichen, unabhängigen und verlässlichen Jugendschutz und damit gegen die Novellierung einsetzt.

Im Fokus der Novellierung des JMStV steht die Regulierung von Betriebssystem- und App-Anbietern. Allerdings sind im Zuge dessen auch weitere Anpassungen geplant, die gravierende Auswirkungen auf die Altersfreigabe filmischer Inhalte in verschiedenen Medien haben könnten. Momentan ist auf Länderebene festgelegt, dass gesetzliche Altersfreigaben nach dem Bundesjugendschutzgesetz (JuSchG) auch für die Onlineauswertung sowie für den Rundfunk übernommen werden. Das soll sich nun künftig ändern.

TV- und Streaming-Anbieter sollen in Zukunft die Möglichkeit haben, Filme trotz bereits erfolgter FSK-Altersfreigabe eigenständig und auch davon abweichend neu zu bewerten. Damit können Inhalte, die bereits von erfahrenen Institutionen geprüft und eingeordnet wurden, auch deutlich jüngeren Altersgruppen zugänglich gemacht werden. Eine Regelung, die funktionierenden Jugendschutz ohne Not verkompliziert und vor allem aufweicht:

„Seit Jahrzehnten bietet die FSK eine verlässliche Orientierung bei der alters-gerechten Auswahl von filmischen Inhalten und kann dabei auf eine breite Akzeptanz und ein großes Vertrauen in der Bevölkerung setzen. Die geplante Novellierung stellt den funktionierenden Jugendschutz für filmische Inhalte ohne Not oder inhaltliche Rechtfertigung in Frage“, sagt Christine Berg, Vorstandsvorsitzende des HDF KINO e.V. „Wir nehmen den Jugendschutz sehr ernst, aber eine Durchsetzung der FSK-Freigabe an der Kinokasse wird durch diese Aufweichung deutlich erschwert. Eltern wird – zu Recht – nicht verständlich sein, warum sie mit ihren Kindern einen Film im Kino nicht sehen dürfen, wenn dieser im Streaming oder TV ohne entsprechende Altersbeschränkung zugänglich gemacht wird. Daher unterstützen wir die von der FSK initiierte Petition ‚Ein Film, eine Altersfreigabe – damit Jugendschutz verlässlich bleibt!‘.“

Die Petition ist online unter dem Link https://www.openpetition.de/!nxmhs einzusehen und kann digital unterzeichnet werden.

Pressemitteilung